Was macht eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung aus?

Berufsunfähigkeitsversicherung kann jede Berufsgruppe treffenDie Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, wird aber dennoch von vielen Menschen unterschätzt. Dabei ist gerade hier eine ausführliche Prüfung der Versicherungsbedingungen zwingend notwendig. Denn wenn der Notfall einmal eintritt, dann müssen alle Bedingungen stimmen, damit auch der Versicherte eine Berufsunfähigkeitsrente erhält.

Grundsätzliche Faktoren bei Berufsunfähigkeitsversicherungen

Generell kann man sagen, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung nie zu früh abgeschlossen werden kann. Junge Menschen, die gerade erst das Studium oder die Lehre hinter gebracht haben, mögen daran nicht denken, aber gerade für sie kann es sich lohnen. Denn je früher man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschliesst, desto geringer sind langfristig die BU-Beiträge. Auch die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen ist geringer, wenn man noch jung ist nicht seit Jahren im Berufsleben steht. Viele Versicherungen weisen Antragsteller ab, weil sie zu ein großes Versicherungsrisiko darstellen. Wer als junger Mensch anfragt, hat da die besten Chancen.

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Berufsunfähigkeitsrente – Wie hoch sollte sie sein?

Das ist eine der wichtigstes Fragen, die man sich als Versicherter stellen muß. Immerhin geht es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung darum, im Notfall finanziell abgesichert zu sein. Um einen möglichst guten Schutz zu haben, sollten die Versicherten auf ein dynamisches Modell bauen. Das bedeutet, dass die Beiträge in Intervallen steigen. Das mag sich erst einmal widersprüchlich anhören, immerhin will man nicht freiwillig mehr Geld bezahlen. Der Trick dahinter ist aber, dass die eingezahlten Beiträge vor der Inflation geschützt werde sollen. Nur wenige wissen es, aber auch Versicherungsbeiträge werden durch den Geldwertverlust betroffen. Wer also auf eine dynamische Anpassung besteht, kann die Inflation ausgleichen und hat am Ende mehr Geld.

Dabei zu beachten: Im gleichen Maße wie die Beiträge sollten auch die Leistungen dynamisch steigen. Immerhin sind ältere Arbeitnehmer statistisch gesehen größeren Belastungen ausgesetzt und damit auch einer größeren Verletzungsgefahr. Auch das kann mit einem dynamischen Modell ausgeglichen werden. Auf diesen Punkt sollten Antragsteller großen Wert legen.

Übrigens: Die Beitragssumme orientiert sich immer an dem Beruf, den man bei Vertragsabschluss ausgeübt hat. Auch wer später einen risikoreicheren Beruf hat, zahlt die gleichen Beiträge.

Ab wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Es gibt einige legale Tricks, mit denen Versicherungen versuchen, sich vor der Zahlung zu drücken. Besonders auf bestimmte Formulierungen sollte man achten.

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte nicht im Stande ist, seinem letzten Beruf oder einer ähnlichen Tätigkeit nachzukommen, die er aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausüben kann und die seinem bisherigen Lebensstandard entspricht.

Eine solche oder ähnliche Formulierung bedeutet, dass einem Versicherten die Zahlung verweigert werden kann, solange er fähig ist, einen anderen Beruf auszuüben, den er mit seinen Qualifikationen erfüllen kann. Dabei muss der soziale Standard jedoch gewahrt bleiben.

Ein Beispiel zum Verständnis: Ein Koch in einer Großküche kann aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr lange stehen und ist daher für seinen alten Beruf ungeeignet. Trotzdem könnte er mit seinem Wissen noch immer in der Verwaltung der Küche arbeiten. Fall gelöst, Zahlung verweigert. Dass dem besagten Koch dabei Jahre an Erfahrung fehlen und er vielleicht aus anderen Gründen nicht für die Verwaltungsstelle geeignet wäre, spielt dabei keine Rolle.

Dies gilt als so genannte abstrakte Verweisung. So lange der Arbeitnehmer noch arbeitsfähig ist, wird die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlen. Um dem zu entgehen, sollten klare Formulierungen getroffen werden, die sich auf die letzte Arbeitsstelle beziehen.

Die folgende Formulierung bietet dafür die besten Bedingungen:

„Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls voraussichtlich oder tatsächlich für mindestens sechs Monate außerstande ist, seinen Beruf auszuüben. Berufsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn der Versicherte eine andere, seiner Ausbildung, Erfahrung und bisherigen Lebensstellung entsprechende berufliche Tätigkeit tatsächlich ausübt.“

Ab wann ist man berufsunfähig?

Die Versicherer orientieren sich bei den Zahlungen nach dem Invaliditätsgrad des Betroffenen. Oft werden in den Verträgen Prozentangaben genannt, die klarstellen sollen, bis zu welchem Grad der Vertragsnehmer Invalide ist. Hier sollten Antragsteller darauf achten, wie hoch die Prozentangaben sind. Je geringer der Invaliditätsgrad, desto besser für den Versicherten. Einige Versicherer versuchen hier höhere Werte anzusetzen, die in der Praxis nur selten erreicht werden. Ist im Vertrag z.B. geregelt, dass die Zahlung erst ab einer Invalidität von 70% beginnt, dann müsste der Versicherte schon einen Arm verlieren, bis er als berufsunfähig eingestuft wird.

So schlimm sollte es in der Praxis niemals sein. Daher sollten die Bedingungen niedriger angesetzt werden.

Beispiele für Invaliditätsstufen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Verlust eines Auges – 40% Invalidität.
  • Verlust eines Zeigefingers – 15% Invalidität
  • Verlust des Gehörs – 35%

Die sogenannte Invalidität-Tafel kann Aufschluss geben, was hinter den prozentualen Angaben zu verstehen ist. Sie ist bei den Versicherungen oder im Internet einsehbar.

Wie kann man schwere Zeiten überwinden?

Auch dazu müssen Möglichkeiten im Vertrag genannt werden. Sollte es zu einem Unfall kommen, dann dauert es in der Regel 6 Monate bis die Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt eingreifen muss. In der Zeit davor ist man meist über die Krankenversicherung oder den Arbeitgeber noch versorgt. Aber nur weil ab 6 Monaten der Versicherungsschutz greift, heißt das nicht, dass ab da auch die erste Zahlung erfolgt. Meist vergehen noch Monate, in denen der Antragsteller ausführlich überprüft wird, um einen tatsächlichen Versicherungsbedarf der Berufsunfähigkeitsversicherung festzustellen. Während dieser Zeit hat der Versicherte kein Einkommen, muss aber immer noch seinen Lebensstandard halten. Um diese Belastung zu erleichtern, sollte zumindest eine Stundung der Beiträge möglich sein. Viele Versicherungen verzichten auch freiwillig darauf, in der Zeit der Prüfung Beiträge zu erheben. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen, wenn es nicht ausdrücklich so formuliert wurde.

Um die finanziellen Einbußen in dieser Zeit ausgleichen zu können, sollten die Zahlungen, wenn sie genehmigt werden, rückwirkend erfolgen. Auf einen solchen Passus sollten Versicherte unbedingt achten.

Staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich gibt es keine rein staatliche Berufsunfähigkeitsabsicherung. Alle Menschen, die nach 1960 geboren sind, sollten sich daher privat gegen Berufsunfähigkeit versichern. Um dies zu fördern wurde im Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz beschlossen, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu fördern. Der Staat will hierbei bestimmte BU-Tarife fördern, um die Arbeitskraftabsicherung für Erwerbstätige attraktiver zu gestalten. Experten warnen aber schon vor Einführung der neuen Tarife: Diese sind teuer und eher für Besserverdiener gedacht, die sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung sowieso leisten können. Das Gesetz sollte jedoch die Geringverdiener entlasten, da z.B. Krankenschwestern oder Handwerker häufig ein kleines Einkommen haben, jedoch auf Grund des Risikos der Berufsunfähigkeit einen sehr teueren BU Tarif wählen müssen. Bisher gibt es keine Anzeichen seitens der Politik, etwas an den Tarifen zu ändern.

Wie beste Berufsunfähigkeitsversicherung finden?

Das eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig ist, sollte jedem klar sein. Doch wie kann ich die beste Berufsunfähigkeitsversicherung finden? Neben den Empfehlungen von Freunden sind natürlich auch unabhängige Versicherungexperten sehr wichtig. Wer im Vorfeld schon ein paar Anbieter filtern möchte, sollte Sich die Berufsunfähigkeitsversicherung Tests durchlesen. Diese helfen bei der ersten Einschätzung der Versicherer und man hat einen ersten Ansatz um den Experten zu löchern. Wichtig dabei ist, dass man sich nicht nur auf die Bewertungen von Stiftung Warentest und Co. verlässt, da diese immer für Musterkunden gelten und kaum jemand genau diesen Kriterien entspricht. Auf jeden Fall sollte man sich bei der Entscheidung viel Zeit nehmen und sich nicht unter Druck setzen lassen.