Ab wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet immer dann, wenn die in den Versicherungsbedingungen aufgeführten Voraussetzungen für eine Berufsunfähigkeit erfüllt sind. Wichtig ist also, dass Versicherungsnehmer vor dem Abschluss der Police einen genauen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen. Bei den meisten Verträgen tritt eine Berufsunfähigkeit immer dann ein, wenn der Versicherte den zuletzt ausgeübten Beruf weniger als zu 50 Prozent ausüben kann. Hat die versicherte Person bisher beispielsweise 8 Stunden täglich gearbeitet und kann nun aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nur noch 4 Stunden arbeiten besteht ein Anspruch auf die Berufsunfähigkeitsrente. Beträgt die Berufsunfähigkeit weniger als 50 Prozent werden seitens des Versicherers keine Leistungen erbracht.

Berufsunfähigkeit muss von einem Arzt festgestellt werden

Wichtig ist, dass die Berufsunfähigkeit von einem Arzt bescheinigt wird. Bei den meisten Policen besteht der Leistungsanspruch ab einer prognostizierten Berufsunfähigkeit von 6 Monaten. Bei einer kürzeren Arbeitsunfähigkeit besteht keine Leistungspflicht seitens des Versicherers.

Normaler Verlauf einer Arbeitsunfähigkeit:

  1. 1. bis 42. Tag Lohnfortzahlung des Arbeitgebers
  2. Ab 43. Tag Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse
  3. Bei Feststellung einer Berufsunfähigkeit tritt die private Berufsunfähigkeitsversicherung ein

In der Regel nimmt die Prüfung einer Berufsunfähigkeit seitens des Versicherers einige Zeit in Anspruch. Sobald diese anerkannt ist, wird die vereinbarte BU-Rente rückwirkend ausgezahlt.

Einige Assekuranzen zahlen auch dann, wenn der Versicherungsnehmer Leistungen eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht.

Bei verspäteter Meldung rückwirkende Zahlung möglich

Es kommt immer wieder vor, dass eine Berufsunfähigkeit nicht sofort bemerkt oder erst verspätet an den Versicherer gemeldet wird. Gute Verträge bieten in einem solchen Fall eine rückwirkende Rentenzahlung von bis zu 3 Jahren an. Gezahlt wird die Rente, solange die Berufsunfähigkeit besteht, jedoch maximal bis zum versicherten Endalter. Dieses kann je nach Police abweichend sein. Im Optimalfall wird die Berufsunfähigkeitsrente bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersrente gezahlt.

Staffelverträge nur bedingt zu empfehlen bei Berufsunfähigkeitsversicherung

Einige Assekuranzen bieten im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung sogenannte Staffelverträge an. Diese zahlen dann beispielsweise bei einer Berufsunfähigkeit von 25 Prozent ein Viertel der vereinbarten Rente. Ist der Versicherungsnehmer zu 50 Prozent berufsunfähig wird die halbe und erst bei einer Berufsunfähigkeit von 75 Prozent die volle BU-Rente ausgezahlt. Die Staffelregelung hat zur Folge, dass die Berechnung des Rentenanspruchs relativ kompliziert ist. Hierfür muss der Arzt eine exakte Prozentangabe zur Berufsunfähigkeit machen, was sich in der Praxis oftmals sehr schwierig gestaltet. Deshalb kommt es bei solchen Policen sehr häufig zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer. Welche Variante sich eher empfiehlt, hängt in erster Linie vom zuletzt ausgeübten Beruf ab.