Höhe der Berufsunfähigkeitsrente festlegen

Um sich im Falle einer Berufsunfähigkeit umfassend abzusichern ist eine ausreichend hohe BU-Rente von entscheidender Bedeutung. Die Höhe der Rente kann bei Vertragsschluss individuell vereinbart werden. Dabei gelten jedoch je nach Versicherer bestimmte Einschränkungen und Vorgaben, welche vor allem an das Einkommen des Versicherungsnehmers gekoppelt sind.

Was sollte bei der Rentenhöhe berücksichtigt werden?

Um die richtige Rentenhöhe festzulegen sollte man sich genau überlegen, welche Fixkosten abgedeckt werden müssen.

Hierzu gehören insbesondere:

  • Monatliche Kosten für Haus oder Wohnung
  • Bestehende Verbindlichkeiten für Darlehen oder Immobilienfinanzierung
  • Anfallende Versicherungsbeiträge
  • Krankenversicherung (besonders für Selbstständige wichtig)
  • Lebenshaltungskosten

Versorgungslücke berechnen

Alternativ kann zur Bestimmung der Rentenhöhe auch die Versorgungslücke berechnet werden. Hierzu werden zunächst eventuell bestehende Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung ermittelt. Wer vor dem 01.01.1961 geboren ist, hat noch Anspruch auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Diese beträgt etwa zwei Drittel der gesetzlichen Altersrente. Im Falle einer Erwerbsunfähigkeit besteht Anspruch auf die volle Altersrente. Personen, die nach dem 01.01.1961 geboren sind erhalten dagegen nur noch eine reduzierte Erwerbsminderungsrente. Bei einer Arbeitsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden täglich wird die halbe, ansonsten die volle Erwerbsminderungsrente bezahlt. Diese beträgt etwa 30 bis 40 Prozent des zuletzt erzielten Bruttoeinkommens.

Errechnet wird die Versorgungslücke aus der Differenz von aktuellem Nettoeinkommen und den Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Beispiel:

Das derzeitige Nettoeinkommen liegt bei 2.800 Euro. Laut aktuellem Rentenbescheid besteht Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente aus 800 Euro. Dazu kommen noch 250 Euro aus einer betrieblichen Altersvorsorge.

Die Berechnung sähe dann wie folgt aus: 2.800 € – 800 € – 250 € = 1.750 Euro. Um die Versorgungslücke zu schließen müsste also eine BU-Rente von 1.750 Euro vereinbart werden.

Welche Höchstsätze müssen beachtet werden?

Die Höchstrenten werden von den einzelnen Versicherern festgelegt und fallen deshalb unterschiedlich aus. Zudem kann es auch zwischen den einzelnen Berufsgruppen einer Versicherung Unterschiede geben. So gilt beispielsweise bei der Continentale Versicherung eine Höchstgrenze für Arbeitnehmer von 60 Prozent des Brutto- bzw. 90 Prozent des Nettoeinkommens. Selbstständige können bis zu 60 Prozent ihres Gewinns vor Steuern absichern.

Beispiele für Höchstrenten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung:

  • HUK-Coburg: 75 Prozent des Nettoeinkommens
  • Dialog Versicherung: 60 Prozent des Bruttoeinkommens
  • Continentale: 60 Prozent des Bruttoeinkommens oder 90 Prozent des Nettoeinkommens
  • VPV Lebensversicherung: 80 Prozent des Nettoeinkommens
  • Gothaer: Bei Einkommen zwischen 12.001 Euro – 24.000 Euro bis zu 65 Prozent des Bruttoeinkommens. Bei Einkommen zwischen 24.001 Euro – 60.000 Euro maximal 50 Prozent des Bruttoeinkommens.

BU-Rente regelmäßig anpassen

Aufgrund von Preissteigerungen verliert die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente im Laufe der Jahre an Wert. Deshalb ist es ratsam, die Rentenhöhe in regelmäßigen Abständen anzupassen. Die meisten Versicherer bieten hierfür zwei Möglichkeiten an. Zum einen kann eine Dynamik in den Vertrag eingebaut werden und zum anderen gibt es eine Nachversicherungsgarantie. Bei einer Dynamik wird die Rentenhöhe zu gewissen Terminen automatisch angepasst. Dadurch steigen natürlich auch die Prämien, wodurch der Vertrag im Laufe der Jahre immer teurer wird.

Über die Nachversicherungsgarantie kann die Versicherungssumme bei einer Änderung der Lebensumstände angepasst werden. So lässt sich die BU-Rente beispielsweise bei Heirat, d er Geburt eines Kindes oder dem Umzug in die eigenen vier Wände ohne erneute Gesundheitsprüfung an die veränderten Bedingungen anpassen.