Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung

In den letzten Jahren haben sich die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherungen deutlich verbessert. Aus diesem Grund kommt es bei Altverträgen oftmals zu großen Leistungslücken. Dadurch entsteht bei vielen Versicherten der Wunsch auf einen Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Stiftung Warentest empfiehlt einen Wechsel immer dann, wenn der bestehende Vertrag unzureichende Bedingungen aufweist. Damit der Wechsel zu keinen Nachteilen führt, sollten dabei einige Punkte beachtet werden.

Bessere Vertragsbedingungen nach dem Wechsel der BU

Altverträge beinhalten in vielen Fällen noch eine abstrakte Verweisung. Dies kann im Leistungsfall zu einem echten Fallstrick werden. Der Versicherer trotz Berufsunfähigkeit die Rentenzahlung verweigert, wenn der Versicherungsnehmer noch eine anderweitige Tätigkeit ausüben kann. Ob es für diese überhaupt offene Stellen gibt, ist dabei völlig unerheblich, die abstrakte Möglichkeit hierfür reicht für eine Ablehnung völlig aus. In neueren Verträgen wird hingegen zumeist auf die abstrakte Verweisung verzichtet. Die vereinbarte Rente wird immer dann ausgezahlt, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. In der Regel wird eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent vorausgesetzt.

Anpassung der Versicherungssumme

Dazu fehlt bei älteren Verträgen oftmals die Möglichkeit, die Rentenhöhe während der Laufzeit anzupassen. Reicht eine monatliche Rente von 1.500 Euro heutzutage noch aus, dürfte dies in 20 Jahren aufgrund sinkender Kaufkraft kaum noch der Fall sein. Des Weiteren steigt im Laufe der Jahre zumeist auch das Nettoeinkommen, was im Leistungsfall eine Versorgungslücke zur Folge hat. Wer heutzutage eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, erhält bei den meisten Tarifen eine Nachversicherungsgarantie oder kann eine Dynamik in den Vertrag einbauen. Durch die Dynamik wird die BU-Rente regelmäßig an die Preissteigerungen angepasst. Die Nachversicherungsgarantie erlaubt eine Anpassung der Versicherungssumme bei wichtigen Ereignissen wie Hochzeit oder Geburt eines Kindes. Bei beiden Varianten ist keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich.

Gesundheitszustand bei einem Berufsunfähigkeitsversicherung Wechsel berücksichtigen

Sinnvoll ist der Wechsel also immer dann, wenn die Vertragsbedingungen dabei wesentlich verbessert werden. Doch Vorsicht: Beim Abschluss einer neuen Police wird erneut eine Gesundheitsprüfung durchgeführt. Als gesunder 25-jähriger ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kein Problem. Ein paar Jahre später mit den ersten Vorerkrankungen sieht die Sache schon anders aus. Dies kann zu Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen führen. Je nach Art der Vorerkrankungen wird die Anfrage auch gänzlich abgelehnt. Damit sich die Berufsunfähigkeitsversicherung bei einem Wechsel nicht verteuert sollte zunächst eine anonyme Risikoanfrage bei verschiedenen Versicherern gestellt werden. Auf diese Weise können die verschiedenen Konditionen in Ruhe miteinander verglichen werden. Der alte Vertrag sollte erst dann gekündigt werden, wenn die Zusage des neuen Versicherers vorliegt.

Einen möglichen Kapitalverlust vermeiden

Da die Versicherer keinen Kapitalstock aufbauen, kommt es beim Wechsel einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung zu keinen finanziellen Verlusten. Dies gilt auch für Zusatzpolicen in Kombination mit einer Risikolebensversicherung. Anders sieht es jedoch aus, wenn der Berufsunfähigkeitsschutz in Verbindung mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen wurde. Hier ist es zumeist günstiger, bei einer Kündigung der BUZ die Kapitallebens- oder Rentenversicherung bestehen zu lassen. Damit bleibt das angesparte Kapital verlustfrei bestehen, und der Berufsunfähigkeitsschutz wird über einen neuen Vertrag sichergestellt.

Wie können Altverträge der Berufsunfähigkeitsversicherung gekündigt werden?

Wer eine neue und bessere Police in der Tasche hat, kann den bestehenden Vertrag kündigen. Bei den meisten Policen gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ende des Versicherungsjahres. Versicherungen mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren können zumeist erstmalig nach Ende des fünften Versicherungsjahres gekündigt werden. Für Verträge, die vor dem24. Juni 1994 abgeschlossen wurden gelten mitunter noch andere Bedingungen.