Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich für jeden Berufstätigen interessant. Besonders profitieren können dabei Berufseinsteiger. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt bei Berufsunfähigkeit nur eine sehr geringe Erwerbsminderungsrente. Wer gerade erst ins Berufsleben startet, hat trotz abgeführter Beiträge erst nach einem Zeitraum von 5 Jahren einen Anspruch auf die gesetzliche Altersvorsorge. Wer schon während der Ausbildung aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls berufsunfähig wird, erhält keinerlei Leistungen. Deshalb sollte nach Möglichkeit direkt mit dem Berufseinstieg eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Dies lohnt sich auch finanzielle, da die Policen in jungen Jahren deutlich günstiger sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Arbeitnehmer sinnvoll

Arbeitnehmer sind über die Berufsgenossenschaft des Arbeitgebers unfallversichert. Diese erbringt jedoch im Falle einer Berufsunfähigkeit keine Leistungen. Über die gesetzliche Rentenversicherung wird bei teilweiser oder vollständiger Berufsunfähigkeit eine Erwerbsminderungsrente gezahlt. Diese fällt allerdings sehr gering aus und ist zudem mit hohen Anforderungen verbunden. Selbst bei Besserverdienern beträgt die Erwerbsminderungsrente kaum mehr als 1.200 Euro pro Monat. Junge Familien mit nur einem Einkommen sollten sich in jedem Fall über eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. Dies gilt insbesondere dann, wenn noch ein Immobilienkredit für ein Haus oder eine Wohnung getilgt wird.

Für Selbstständige und Freiberufler ebenfalls zu empfehlen

Selbstständige oder Freiberufler stehen ebenfalls vor Problemen, wenn sie ihre Tätigkeit aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr ausüben können. Wer freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Die volle Rente gibt es jedoch nur dann, wenn vor 1984 über mindestens 60 Monate Beiträge eingezahlt wurden. Jungunternehmer haben dagegen keinen Anspruch. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige oder Freiberufler ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Unternehmen von der eigenen Arbeitskraft abhängig ist.

Policen für Selbstständige erhalten in der Regel eine Klausel, welche zunächst die Umgestaltung der ausgeübten Tätigkeit fordert. Allerdings kann der Versicherer diese nur dann verlangen, wenn sich daraus keine grundlegenden Änderungen des Unternehmens ergeben. Zudem dürfen damit keine finanziellen Einbußen vorhanden sein.

Benötigen Beamte ebenfalls eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Beamte die wegen einer Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten können, gelten als dienstunfähig. Grundsätzlich ist der Schutz von Beamten im Vergleich zu Arbeitnehmern um einiges besser. Dies gilt allerdings erst nach einigen Dienstjahren. Deshalb sollten Beamte sich genau über ihre Ansprüche erkundigen. Durch den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung haben auch Beamte die Möglichkeit, finanzielle Einbußen bei einer Dienstunfähigkeit auszugleichen. Wichtig dabei ist, dass die Police eine Dienstunfähigkeitsklausel enthält, welche die Dienstunfähigkeit mit einer Berufsunfähigkeit gleichstellt.

Nicht jeder kann sich durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern

Leider können sich nicht alle Personengruppe mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. So werden Menschen mit einer ernsthaften seelischen Erkrankung in der Regel abgelehnt. Dies gilt auch für Arbeitnehmer mit besonders gefährlichen Berufen bzw. Hobbies wie Piloten, Stuntman oder Fallschirmspringer.